Dreesmann – Anton Grondlegger-V&D


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Haselünne. Mit 16 Jahren überquerte Anton Dreesmann aus dem emsländischen Haselünne im Januar 1871 bei Bentheim die Grenze zu den Niederlanden und steuerte das Ziel Amsterdam an. Dort gelang dem jungen Auswanderer später als Kaufmann eine glänzende Karriere: Mit einem Geschäftspartner gründete er V&D, die größte Kaufhauskette des Landes.

Ein wichtiger Grund für Dreesmann war, dass er dem verhassten Militär entgehen wollte. Drei quälend lange Jahre hätte der junge Mann bei den Preußen dienen müssen, von denen sich die katholischen Emsländer unterdrückt fühlten. Wäre er bereits 17 gewesen, hätte er als Deserteur gegolten.
Die Haupt-, Hafen- und Handelsstadt Amsterdam wählte Dreesmann auch deshalb, weil sein Vetter Rudolf bereits dorthin ausgewandert war – ein kaufmännischer Angestellter, der ihm mit seinen Erfahrungen und Beziehungen beim Neustart helfen konnte. Bei diesem Nachzug eines Verwandten handelte es sich um einen typischen Vorgang, den Experten als Kettenmigration bezeichnen.
Dreesmann bekam über Vermittlung seines Vetters eine Anstellung in einem Manufakturwarengeschäft im Zentrum der Stadt. „Viel Geld habe ich dort nicht verdient“, erinnerte er sich später. Nach drei Jahren schloss er die Lehre zum Kaufhausangestellten ab und stieg zum Leiter einer Filiale auf. Sieben Jahre später entschied er sich für die Selbstständigkeit und eröffnete ein eigenes Geschäft. Das Startkapital von 2000 Gulden lieh ihm ein Onkel: der Jurist Wilhelm Kerckhoff, der als Direktor das Königliche Obergericht in Osnabrück leitete.
Dreesmann brach mit den üblichen Handelsgewohnheiten in den Niederlanden und verkaufte Waren zu festen Preien gegen Bargeld. Rabatte und Skonto lehnte er ab. Seine Firmenphilosophie bestand darin, mit einer nur bescheidenen Marge hohe Umsätze zu erzielen. Das Geschäft lief gut, und schon bald eröffnete er einen zweiten Laden. 1887 tat sich Dreesmann mit dem befreundeten Kaufmann Willem Vroom zusammen; so entstand das Unternehmen Vroom & Dreesmann, kurz V&D. Innerhalb weniger Jahre eröffneten sie neue Filialen – außer in Amsterdam unter anderem auch in Den Haag, in Nimwegen, in Arnheim und in Utrecht. Und am 4. Oktober 1912 machten sie in Amsterdam an der Kalverstraat das erste richtige neu gebaute Warenhaus in den Niederlanden auf – ein ultramodernes Gebäude mit Glaskuppel. 

Enge Verwandte

In ihren Läden setzten die Firmengründer jeweils enge Verwandte ein. Es handelte sich erneut um Kettenmigration. Für Vroom und Dreesmann bedeuteten die Beschäftigung der eigenen Verwandten ein wertvolles soziales Kapital: Damit ließ sich ein Netzwerk aus verlässlichen Mitarbeitern knüpfen, mit deren Hilfe sie die Zahl der Filialen ständig ausweiteten.

Gleichzeitig bestanden auch verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen westfälischen Unternehmerfamilien. Zwei Kinder von Dreesmann waren zum Beispiel mit Kindern von Johann Heinirch Peek verheiratet. Der aus Molbergen bei Cloppenburg stammende Mitgründer der Textilkette „Peek & Cloppenburg“ arbeitete ebenfalls in Amsterdam. Auch Peek gehörte damit zu den aus Nordwestdeutschland eingewanderten katholischen Textilkaufleuten, die in den Niederlanden als „Westfaalers“ bezeichnet wurden. Typisch für die Betriebsführung von V&D waren eigene, patriarchalisch geführte Internate. Dort herrschten strenge Regeln, doch gerade das bescherte ihnen einen guten Ruf bei den Eltern. Sie vertrauten drauf, dass ihre Töchter und Söhne fernab von schädlichen Einflüssen untergebracht werden.

60 Filialen

Im Jahr 1919 zog sich Dreesmann aus dem aktiven Geschäft zurück. Als Ruheständler reiste er jedes Jahr nach Bad Oeynhausen, vermutlich zur Kur. Doch als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, hörte er damit auf. 1934 starb der Firmengründer. Seine Enkelin Cécile Dreesmann stellte ihn im 1979 veröffentlichten Schlüsselroman „De Mandersens“ als großzügigen, gutmütigen Gönner dar.

Zu V&D gehören heute nach eigenen Angaben rund 60 Filialen in den Niederlanden; Eigentümer ist das Private-Equity-Unternehmen „Sun Capital Partners“. Die Warenhauskette kämpft ums Überleben.

 

BRON: NOZ.de (08-03-2015)
 VAnaf 17-2-2016 geen V&D winkels meer open.