Moran-Olden / Tappehorn


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Moran-Olden, Fanny, Sopran, * 28.9.1856 Cloppenburg (Oldenburg), † 12.2.1905 Berlin; sie war die Tochter eines Oldenburgischen Geheimen Medizinalrates, hieß eigentlich Fanny Tappehorn und studierte zuerst in Hannover bei Haas, dann bei Auguste Götze in Leipzig und bei Molly von Kotzebue in Dresden. 1877 erfolgte ihr Konzertdebüt in einem Leipziger Gewandhauskonzert. 1878 betrat sie erstmals die Bühne, und zwar debütierte sie an der Hofoper von Dresden als Norma in der Oper gleichen Namens von Bellini. Bis 1884 war sie dann Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M., wo sie 1880 in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses die Donna Elvira im »Don Giovanni« sang und bereits 1879 an der Uraufführung der Oper »Robin Hood« von Albert Dietrich teilnahm. 1884-91 wirkte sie am Opernhaus von Leipzig und war dann 1891-95 an der Hofoper von München engagiert. Sie gastierte in Rotterdam (1887 in einem Konzert) und Amsterdam (1893 als Fidelio) und 1892 am Stadttheater von Basel. In den Spielzeiten 1888-89 und 1900-1901 trat sie an der New Yorker Metropolitan Oper auf. Dort sang sie neun Partien, darunter als Antrittsrolle die Valentine in den »Hugenotten«, dann die Selika in Meyerbeers »Africaine«, die Fides im »Propheten« vom gleichen Komponisten, die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida« und die Leonore im »Fidelio«, und die Fricka und die Brünnhilde in den ersten Aufführungen des Nibelungenrings an diesem Opernhaus. Mit dem Jahr 1896 begann sie eine ausgedehnte Reisetätigkeit; Gastspiele trugen der international anerkannten und besonders im Wagner-Fach hochgeschätzten Sängerin überall große Erfolge ein. So sang sie in Holland, Dänemark, England und Rußland und selbstverständlich an den führenden deutschen Opernbühnen, an der Oper von Budapest (1889) und am Deutschen Theater Prag (1901). 1902 sang sie als letzte Partie am Opernhaus von Breslau die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Neben Wagner-Heroinen wie die Brünnhilde im Nibelungenring, die Isolde im »Tristan«, die Ortrud im »Lohengrin«, die Senta im »Fliegenden Holländer« fanden sich in ihrem Repertoire die Leonore im »Fidelio«, die Norma in Bellinis Oper, die Eglantine in Webers »Euryanthe«, die Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, die Azucena in Verdis »Troubadour«, die Amneris in »Aida« und vor allem die Carmen. 1890 wirkte sie am Opernhaus von Leipzig in der Uraufführung der Oper »Die Almohaden« von Johann Joseph Abert mit. Seit 1892 hatte sie ihren Wohnsitz in Berlin. 1897 heiratete sie in zweiter Ehe den berühmten Bariton Theodor Bertram (1869-1907), der zu den bedeutendsten Wagner-Sängern seines Stimmfachs gehörte, nachdem sie sich von dem Tenor Carl Moran (1845-1940), den sie 1879 in Frankfurt geheiratet hatte, getrennt hatte. 1902 nahm sie ihren Abschied von der Bühne und wirkte jetzt am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin. Sie starb 1905 infolge eines Hirnleidens, das zur völligen geistigen Umnachtung führte. (Theodor Bertram starb zwei Jahre nach ihrem Tod durch Selbstmord). Ihre Tochter aus erster Ehe Dora (Theodora) Moran-Olden (* 22.5.1880, † 27.5.1930 Berlin) hatte als Konzert- und vor allem als Liedersängerin eine Karriere von größerer Bedeutung.

 

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